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Inhalt

Der Renaissanceaufbau der Pernštejner

 

Vojtěch von Pernštejn

Vojtěch von Pernštejn überlegte genau, wie die wieder aufgebaute Stadt aussehen sollte. Im Jahre 1528 kaufte er einige Brandstätten, vor allem vor dem Herrensitz. An diesen Stellen wurden die Häuser nicht mehr neu aufgebaut, denn der Besitzer achtete darauf, dass ein größerer Raum die Schlosssilhouette hervortreten ließ. Die neue Nordfront hatte nicht mehr zehn, aber sieben Häuser.

Fünf Jahre dauerte der Grundaufbau der Stadt. Der Herrschaftsbauherr erbaute vor die Parzellenstirnseiten, mit Ausnahme der noch nicht erbauten Häuser Nr. 1244 und 1245, vier zusammenhängende, einheitlich gelöste Stirnwände, an welche Bogengänge angebaut wurden.

Über die Attika ragte eine zusammenhängende Reihe verbundener Giebel, die durch halbkreisförmige höhere Mittelteile abgeschlossen wurden. Diese hatten seitlich zwei niedrigere, durch Viertelkreis abgeschlossene Teile, sog. Schwalbenschwänze. So erhielt die Stadt die Gestalt der norditalienischen Venediger Renaissance.

Wie durch Berührung mit Zauberstab verschwand das gesamte Bauchaos und der Marktplatz wurde zum Pallastvorhof für das Schloss, in welches die Pernštejner die Černčický Burg umbauen ließ. Beide Dominanten der Stadt, die Kirche und das Schloss, traten so noch mehr hervor.

 

Sog.schwalbenschwänze

Bau der Häuser

Die prunkvollen Giebel standen schon und hinter ihnen wurde immer noch lebhaft gebaut. Die Bürger schlossen ihre Häuser an die Giebelwand an und zahlten dann diesen Teil des Hauses den Pernštejnern fünfzehn Jahre lang ab.

Die italienischen Bauherren bemühten sich, Renaissance mit Spätgotik zu verbinden und ließen sich auch von der hiesigen Tradition beeinflussen. Das Vorhaus ist auch in seinen Proportionen im Renaissancestil, die niedrigen eckigen, an den Kanten abgeschrägten Pfeiler gehören zu den Elementen der hiesigen Tradition. Die Pfeiler verbreiten sich nach unten, wo sie noch durch Sockel gefestigt werden. Die Bogenspannweite ist beachtlich. Dadurch erhielten die Vorhäuser Licht und Raum.

Der Kampf zwischen Gotik und Renaissance kann auch an den Hausportalen beobachtet werden. Wölbungen sind schon die Ausnahme. Die Profilierung der Fenstergewände ruft verdiente Aufmerksamkeit hervor. Ähnliche gibt es auch in Pardubice. Diese Unifizierung und Typisierung zeugt davon, dass es sich um Halbfabrikate handelte.

An zwei Häusern befinden sich in den Eingangsgewänden Aufschriften. Nr. 1221 hat auf der Ostseite die Jahreszahl 1531. Die gesamte Aufschrift ist: "1531 Jakub" (weiteres Wort unleserlich) Rentmeister aus Bohdaneč, Markyta aus Česká Třebová" und im Wappen Eichenblätter. Das unleserliche Wort wird wahrscheinlich irrtümlich als Schreiber ausgelegt. An der Südfront der Nummer 1231 befindet sich die Aufschrift "Herr Waczlaw 1534". Es sind die Jahreszahlen der Fertigstellung der neu aufgebauten Häuser.

Heute ist die Nordseite des Platzes am schönsten, an der die Fassaden und Giebel in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt wurden. Die Einheitlichkeit unterbricht teilweise das Haus Nr. 1209, das Rathaus mit Türmchen, da es zweigeschossig erbaut wurde. An der Westseite wurden vier Häuser nicht wieder erbaut und heute ist das letzte die Nummer 1245, das Hotel Brouček (Käferchen). Für eine Pfarre und Schule war bis jetzt kein Geld. Die Obrigkeit verstärkte im Jahr 1532 den Schutz des Schlosses und der Stadt durch Kanonenbastei.

Beim Neuaufbau der Stadt wurde der Grundriss erhalten. Zwischen der Mauer und den Wirtschaftsgebäuden und Höfen entstand so ein breiterer Raum (Zádomí) der wie ein Ring den gesamten Stadtkern umschließt.

Nach dem Aufbau der Pernštejner hatte der Platz insgesamt 39 Häuser. Dieser Aufbau war so großzügig angelegt, dass sich danach die Stadt in den Mauern im wesentlichen nicht mehr änderte.